Grundlagen des Brandschutzes - wichtige Richtlinien und Normen im Überblick
Für einen umfangreichen Gebäudeschutz ist Brandschutz elementar. Effektive Brandschutzmaßnahmen können im Ernstfall Leben retten und Sachschäden verhindern. Aus diesem Grund sind sie gesetzlich vorgeschrieben. Je nach Gebäude variieren die konkreten baulichen Brandschutzanforderungen. Außerdem unterscheiden sich die Vorgaben zum Teil in den einzelnen Bundesländern, da Baurecht in Deutschland Ländersache ist. Im Folgenden geben wir Ihnen einen allgemeinen Überblick darüber, welche Richtlinien und Normen den baulichen Brandschutz in der Bundesrepublik regeln. Zudem gehen wir darauf ein, welche Rolle Dichtungen dabei spielen.
Landesbauordnungen als grundlegende Basis
Die Brandschutzvorschriften sind in erster Linie in den Landesbauordnungen (LBO) geregelt. Letztere basieren auf der Musterbauordnung (MBO). Allerdings fungieren diese Ordnungen mehr als grundlegende Regelwerke. Die darin enthaltenen Vorschriften werden in verschiedenen Richtlinien und Normen genauer definiert. Welche davon zu berücksichtigen sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Gebäudeklasse und -nutzung. Gegebenenfalls gilt es zusätzlich spezifische Vorgaben der Sachversicherung zu erfüllen, um im Brandfall den vollen Versicherungsschutz zu gewährleisten.
Übersicht der wichtigsten Brandschutznormen
Es gibt eine Fülle von Brandschutzrichtlinien, die oftmals in mehrere Teile untergliedert sind. Hier die wichtigsten Normen für baulichen Brandschutz in der Übersicht:
- DIN 4102: Sie regelt die Anforderungen hinsichtlich des Brandverhaltens von Baustoffen und -teilen.
- DIN EN 13501: Sie befasst sich mit der Klassifizierung von Bauprodukten und -arten zu ihrem Brandverhalten.
- Darüber hinaus existieren unter anderem Normen zu Glas im Bauwesen, zu Fenstern, Türen, Beschlägen und Schlössern, zu Flucht- und Rettungswegen und zu Brandschutzzeichen. Relevant sind überdies die vielfältigen Normen für anlagentechnischen Brandschutz, etwa in Bezug auf Brandmeldeanlagen, Warnanlagen für Wohnungen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder Aufzüge.
Grundprinzipien des baulichen Brandschutzes
Das Erreichen der in der MBO beziehungsweise der jeweiligen LBO erklärten Schutzziele setzt voraus, die geforderten Richtlinien und Normen einzuhalten. Beispielsweise ist vorgeschrieben, die jeweilige bauliche Anlage in Geschosse und Räume zu unterteilen und sie generell so zu errichten, dass ein Brand gar nicht erst entstehen oder sonst zumindest dessen Ausbreitung vorgebeugt werden kann. So dürfen etwa keine leicht entflammbaren Baustoffe zum Einsatz kommen. Zudem müssen die wesentlichen Bauteile im Brandfall mindestens so lange tragfähig bleiben, bis alle Menschen und Tiere über Rettungs- und Fluchtwege gerettet werden konnten.
Brandschutzdichtungen als entscheidende Bestandteile
Beim Bau eines Gebäudes sind geeignete Brandabschnitte zu bilden und raumabschließend voneinander zu trennen. Dies dient dazu, bei einem Brand das Feuer möglichst lange aufzuhalten und zu verhindern, dass es auf andere Bereiche des Hauses übergreifen kann. In diesem Zusammenhang haben hochwertige Brandschutzdichtungen für Türen, Fenster und Fugen enorme Bedeutung. Sie tragen in hohem Maße dazu bei, dem Feuer sozusagen den Weg zu versperren. Prinzipiell sind feuerbeständige Materialien essenziell für zuverlässigen Brandschutz.